Der Bajazzo

Oper in zwei Akten mit einem Prolog von Ruggero Leoncavallo
Text vom Komponisten
Uraufführung Mailand 1892
In italienischer Sprache

Musikalische Leitung Walter E. Gugerbauer
Inszenierung Gérard Demierre
Ausstattung Gilbert Maire

DomStufen-Festspiele in Erfurt 2004

Die Komödiantengruppe zieht in die Stadt ein. Canio, der Prinzipal, verkündet für den Abend die Vorstellung. Der bucklige Tonio, ein Mitglied der Truppe, bedrängt Canios Ehefrau Nedda, die seine Zudringlichkeiten entschieden abwehrt. Tonio schwört Rache und belauert wenig später Neddas Rendezvous mit dem Bauern Silvio. Nedda und Silvio beschließen, nach der Vorstellung gemeinsam zu fliehen. Tonio holt Canio hinzu, um die beiden zu überführen, doch Silvio kann im letzten Moment entfliehen. Canio versucht wütend, den Namen des Liebhabers zu erfahren, doch Nedda schweigt. Die Vorstellung beginnt in Kürze. Canio ist verzweifelt und muss nun auch noch in einer Komödie spielen. Am Abend strömt das Publikum erwartungsvoll zum Theater. Auch Silvio ist unter den Zuschauern. Die Vorstellung beginnt, ganz im Stil eines Stegreif-Spiels. Canio fällt immer mehr aus seiner Rolle und bedroht Nedda, um den Namen ihres Liebhabers zu erfahren. Schließlich zieht Canio den Dolch und ersticht seine Frau. Als Silvio voll Verzweiflung auf die Bühne stürzt, wird er von Anio ebenfalls getötet. "Das Spiel ist aus", ruft Canio dem Publikum zu.

Der Bajazzo gehört zum italienischen fin de siècle und seinem Kompositionsstil des Verismo. Die Musik pendelt zwischen der klaren Struktur einer Nummernoper und dem Musikdrama, das innere und äußere Vorgänge seiner Figuren darzustellen versucht. Alle Figuren der Oper, die um eine Komödiantengruppe kreist, sind realistische Typen mit ihren Leidenschaften und Schwächen. Ruggero Leoncavallo (1857 bis 1919) verdankt seinen Ruhm einem einzigen Werk, den Pagliacci (Der Bajazzo). Der Musikverlag Sonzogno hatte 1890 einen Wettbewerb ausgeschrieben, für den Leoncavallo den Zweiakter I Pagliacci schrieb, dessen Aufführungrund achtzig Minuten dauert. Er verlor jedoch – und zwar, weil der Wettbewerb für Einakter ausgeschrieben war... Beeindruckt von der Komposition Leoncavallos schlug die Jury jedoch eine baldige Aufführung vor und begründete den Stellenwert dieses Werkes in der europäischen Opernliteratur.

Vorstellungen: 14. August ­­­­– 5. September 2004

Besetzung

Canio Luis Rodriguez, Robert Wörle | Nedda Karine Babajanian, Kelly God | Tonio Peter Dittmann, Juan Carlos Mera-Euler | Silvio Young Joo Kim, Lionel Lhote | Beppe Jörg Rathmann, Thomas Stückemann | Bauer Manuel Meyer, Alexander Schmidt

Filmkonzert: Die Planeten

Suite für großes Orchester op. 32 von Gustav Holst
Philharmonisches Orchester Erfurt
Musikalische Leitung Karl Prokopetz

Impressionen